Stacks Image 192

    Mauszeiger auf Schlagzeile bringen um mehr zu lesen

    Zum Turnen zählen neben den klassischen Disziplinen Gerätturnen, Bodenturnen und Trampolinturnen im erweiterten Sinne auch die allgemeine Gymnastik, Rhythmische Sportgymnastik, Rhönradturnen, Aerobic, Akrobatik, Gesundheitssport, Seilspringen und Voltigieren sowie verschiedene Turnspiele.

    Gerätturnen ist eine olympische Individualsportart. Ziel ist es, an Turngeräten Übungen nach vorgegebenen Kriterien (Technik und Haltung) auch in Verbindungen auszuführen.
    Das klassische Gerätturnen besteht bei den Männern aus einem Sechskampf an den Geräten: Boden, Pauschenpferd, Ringe, Sprung, Barren und Reck. Bei den Frauen werden vier Geräte geturnt: Boden, Schwebebalken, Stufenbarren und Sprung. Übliche Wettkampfformen sind die Mannschaftswettbewerbe im Mehrkampf, die Einzel-Mehrkämpfe und Wertungen an Einzelgeräten.

    Durch das Gerätturnen werden vor allem koordinative und konditionelle Fähigkeiten entwickelt, aber auch Mut, Willensqualitäten und Selbstbeherrschung.
    Das Gerätturnen war bis in die 1970er Jahre vor allem durch Statik und Krafthalteteile und historische Übungen geprägt, so ist es heute eine sehr dynamische Sportart mit vielen akrobatischen Elementen, Drehungen, Salti und Sprüngen, und somit eine attraktive Sportart für jung und alt.
    Gerätturnen im engeren Verständnis verlangt Perfektionierung der Ausführung, also Bewegungsqualität. Die Bewegungsaufgaben im Gerätturnen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Qualität, d. h. sie werden immer schwieriger.

    Historisch begründet wurde das Turnen 1807 in Deutschland vom Turnvater Jahn, Friedrich Ludwig Jahn. Turnen war für ihn vor allem Leibeserziehung, das von Jahn und seinen Schülern ab 1811 auch als patriotische Erziehung zur Vorbereitung auf den Befreiungskrieg gelehrt und gelebt wurde.
    Pauschenpferd
    Die Wettkampfformen:
    • Kür
    Bei Deutschen und Landesverbandsmeisterschaften, in der Bundes- und Regionalliga sowie teilweise in den höchsten Ligen der Landesverbände werden Kürübungen nach dem neuen seit 2009 gültigen Code de Pointage (CdP) geturnt. Diese Übungen werden von den Turnern frei nach den Anforderungen des CdP zusammengestellt. Der Ausgangswert der Übung setzt sich aus D- und E-Note (früher A- und B-Note) zusammen, wobei die D-Note die Schwierigkeit (difficulty) der Übung bewertet und die E-Note die Ausführung (execution). Zusätzlich existiert als Nachfolger des Ende 2006 abgeschafften B-Stufen-Systems die Kür Modifiziert (KM). Diese ist ab dem 1. Januar 2008 eingeteilt in vier Schwierigkeitsstufen von I-IV und unterscheidet sich hauptsächlich dadurch vom CdP, dass je nach Schwierigkeitsstufe weniger Elemente, leichtere Übungsabgänge und sogenannte Nationale Elemente (NE), die nicht im CdP enthalten sind, geturnt werden dürfen. In der leichtesten Stufe KM IV müssen sogar weniger Elementgruppen erfüllt werden. Diese Übungsformen finden unter anderem beim Deutschland-Cup und den Seniorenmeisterschaften Anwendung.

    • Pflicht
    Neben der Kür existiert seit dem 1. Januar 2007 im DTB ein neues Pflichtübungssystem, die sog. P-Übungen. Dabei muss der Turner eine vorgegebene Folge von Elementen zeigen. Die P-Übungen lösen die bisherigen A-Übungen (Breitensport) und AK-Übungen (leistungssportlicher Nachwuchs) ab und sind am 1. Januar 2008 in ihrer endgültigen Form in Kraft getreten. Dabei werden die P-Übungen in eine A-Variante für den Breitensport und eine B-Variante für den leistungssportorientierten Nachwuchs unterteilt. Bei den P-Übungen Variante A werden an allen Geräten Übungen der Schwierigkeitsstufen P1 bis P9 angeboten (außer Ringe keine P1 und P2), wobei sich dabei der Ausgangswert aus A- und B-Note zusammen setzt (Nummer der Übung plus 10 Punkte, P7a = 17 Punkte). Die Turnerinnen dürfen am Boden ihre Musik frei aber zur Übung passend wählen. Die A-Versionen werden unter anderem auf Turnfesten geturnt. In der Variante B existieren Übungen der Schwierigkeitsstufen P1-P11 (außer Sprung Männer nur bis P10) mit Pflichtmusiken für die Turnerinnen am Boden. Diese Übungen werden in der Regel jahrgangsabhängig geturnt. Dadurch soll erreicht werden, dass der leistungssportorientierte Nachwuchs definierte und altersgerechte Leistungsziele erreicht.

    Reck

    Alle Beiträge von DPO
    über das Turnen
    findest Du
    HIER !

    Stacks Image 237
    • Barren
    Turner am Barren
    Turner am Barren
    Der Barren besteht aus zwei parallelen Holmen, die je 350 cm lang, 195 cm hoch und mittelmäßig elastisch (Holz mit Kunststoffkern) sind. Unter dem Barren liegen meist 20 cm dicke Niedersprungmatten.
    Die Kürübungen am Barren werden von Schwung- und Flugelementen dominiert. Kraftteile sind erlaubt, aber nicht gefordert. Außerdem müssen die Turner darauf achten, während ihrer gesamten Übung nicht mehr als dreimal zu stoppen.
    In letzter Zeit gab es gerade am Barren einen rasanten Entwicklungsschub zum „Turnen in jede Richtung“. Nicht nur entlang der „Holmengasse“, sondern auch quer, mit reckähnlichen Riesenfelgen, mit Flugteilen und Schraubenkombinationen oder mit vom Pauschenpferd abgeschauten Flanken wird heute am Barren geturnt.
    Bei Wettbewerben turnen Frauen am Stufenbarren.

    • Stufenbarren
    Stufenbarren
    Ein Stufenbarren ist ein Barren mit verschieden hohen Holmen. Das Kunstturngerät hat nach dem Code de Pointage eine Höhe von 166 cm für den niedrigeren und 246 cm für den höheren der beiden Holme, ab Boden gemessen inklusive 20 cm Matten. Auf Anfrage kann das Gerät noch 5 cm erhöht werden.
    Stufenbarren ist eine Gerätedisziplin im Turnen der Frauen, er ist auch Teil des Gerätturnen-Mehrkampfes. Die Vorführungen der Frauen am Stufenbarren ähneln dem Reckturnen der Männer. Seit den Olympischen Sommerspielen in Helsinki im Jahr 1952 ist Stufenbarren olympische Disziplin.

    • Reck
    Reck
    Reck
    Das Reck besteht aus einer waagerechten 2,40 m langen Stange, die verschiedenartig montiert sein kann und einen Durchmesser von 2,9 cm aufweist. Heute üblich ist das Spannreck. Hier wird die Reckstange an zwei senkrechten Stangen montiert, welche mit jeweils zwei oder vier Spannseilen gehalten werden. Das Reck wird dadurch elastisch, was für moderne Übungen sehr hilfreich ist. In Wettkämpfen liegt die Höhe bei 2,55 m ab Mattenoberkante.
    Das Reck gehört zu den Turngeräten der Männer und kommt in der olympischen Reihenfolge als sechstes und damit letztes Gerät. In den letzten Jahren gewann das Reckturnen durch die Aufnahme von drei und mehr Flugelementen pro Übung (zum Beispiel Doppelsalti zum Wiederfangen) noch mehr an Artistik und Attraktivität.

    • Schwebebalken
    Schwebebalken
    Schwebebalken
    Der Schwebebalken ist ein Sportgerät der Frauen im Geräteturnen - auch für den Mehrkampf. Er besteht aus einem 5 m langen und 10 cm breiten Holzbalken, der sich auf Stützen bis zu 1,2 m über dem Boden befindet. Turnen auf dem Schwebebalken ist seit 1936 eine olympische Disziplin.
    Typische Turnübungen auf dem Schwebebalken sind Sprünge, Halteteile, Überschläge vorwärts und rückwärts sowie Drehungen. Insbesondere Flickflack, Salto vorwärts und rückwärts, Rondat sowie Handstand-Drehungen gehören zum Repertoire moderner Übungen am Schwebebalken.



    Die Geräte:
    • Boden
    Turner beim Bodenturnen
    Beim Bodenturnen ist die Wettkampffläche 12 x 12 m groß und besteht aus einer leicht federnden Unterkonstruktion mit darauf liegenden Deckläufern.
    Während der Kür muss die gesamte Fläche beturnt werden, und zwar vor allem mit akrobatischen Elementen, also Überschlägen und Salti (vorwärts und rückwärts), von denen keines mehr als einmal wiederholt werden darf. Wird während der Übung die weiße Markierung auf der Bodenfläche übertreten, gibt es Punktabzug. Auch ein Gleichgewichtselement (z. B. Standwaage) muss enthalten sein. Die Übung als Kombination von akrobatischen Reihen, Verbindungsteilen und gymnastischen Elementen muss in einem harmonischen Rhythmus als Wechsel von schnellen und langsamen Passagen geturnt werden. Eine Bodenkür darf zwischen 50 und 70 Sekunden dauern.

    • Pauschenpferd
    Pauschenpferd
    Das Pauschenpferd (auch Seitpferd) ist 160 cm lang, 115 cm hoch und 35 cm breit.
    Jeder Turner muss während der Kür alle drei Gerätteile (Mitte, beide Enden) beturnen, und zwar mit kontinuierlichen Kreisbewegungen beider Beine, die nur durch die geforderten Scheren-Elemente – als Übergang zwischen den Kreisbewegungen und dem Pendeln – unterbrochen werden. Schwingen durch die Handstandposition ist erlaubt. Die Hände sind die einzigen Körperteile, die das Gerät berühren dürfen. Die ganze Kür muss in gleichmäßigem, kontrolliertem Rhythmus vorgetragen werden.

    • Ringe
    Turner an den Ringen
    Die beiden Ringe hängen in einer Höhe von 275 cm im Abstand von 50 cm an Drahtseilen, die an einem 575 cm hohen Gerüst drehbar befestigt sind. Die Niedersprungmatten für die Landung beim Abgang sind 20 cm dick. Die Ringe haben einen Außendurchmesser von etwa 24 cm und einen Innendurchmesser von etwa 21 cm. Kraft ist das eigentliche Hauptelement bei der Bewältigung dieses Geräts. Die Übungen an den Ringen sollten vom Turner so zusammengestellt werden, dass sie zu einem ausgewogenen Verhältnis aus Schwung- und Kraftelementen bestehen. Zwei Handstände (je einer aus dem Vorschwung, einer aus dem Rückschwung) müssen mindestens enthalten sein.
    Genügte es vor noch nicht allzu langer Zeit, zwei bis drei Kraftelemente (wie z.B. den Kreuzhang = Hängen an den Ringen mit ausgebreiteten Armen wie die Abbildung des gekreuzigten Jesus) mit guter Schwungtechnik abzuwechseln, werden heute oft mehrere Kraftelemente höchster Schwierigkeit direkt aneinandergereiht oder Schwungelemente sogar direkt in Krafthalten beendet. Daher können an den Ringen nur sehr kräftige Turner erfolgreich sein.

    • Sprungpferd und Sprungtisch
    Am Sprungtisch
    Die Aufgabe besteht darin, das Gerät in bestimmten vorgegebenen Formen zu überqueren, nachdem von einem Sprungbrett abgesprungen wurde. Dazu ist ein Anlauf von max. 25 m erlaubt. Der Abdruck vom Gerät muss mit den Händen erfolgen.
    Die Frauen dürfen im Mehrkampf ihren Sprung zweimal präsentieren, wovon nur der besser bewertete in die Mehrkampfwertung eingeht. Die Männer haben im Mehrkampf nur einen Versuch. In den jeweiligen Gerätefinalen müssen Frauen wie Männer zwei Sprünge aus verschiedenen Sprunggruppen (beispielsweise Überschläge oder Radwenden) zeigen, deren Wertungen dann gemittelt werden.

    Stacks Image 386
    Stacks Image 403
    Der Deutsche Turner-Bund ist der Spitzenverband für Turnen und Gymnastik und vereint unter diesem Dach eine Vielzahl von Sportarten und turnerische Fachgebiete. Diese Sportarten betreut der DTB nach seinem Selbstverständnis ganzheitlich jeweils als Leistungs- und Wettkampfsport sowie als Freizeit- und Gesundheitssport. Dem Deutschen Turner-Bund sind 22 Landesturnverbände untergliedert.


    Werbung:


    Und hier noch ein Videospot über das Gerätturnen aus der Schweiz vom Bundesamt für Sport BASPO / Eidgenössische Hochschule für Sport Magglingen EHSM. Achtung: Schwizerdütsch ;-) !

    GE Superbodies - Ringeturnen
    Sprungtisch


    Strukturelle Systematik

    Die Übungen des Gerätturnens wurden aus wissenschaftssystematischen Gründen auf der Grundlage ihrer wesentlichen Merkmale geordnet und unter strukturellen Gesichtspunkten in Klassen (Gruppen) zusammengefasst. Diese Systematisierung ist gleichzeitig die wissenschaftliche Grundlage der Terminologie. Die bewegungstechnische Verwandtschaft der in den Strukturgruppen zusammengefassten Übungen hat Konsequenzen für ihre Lehrweise. Die Übungen lassen sich unter dem Blickwinkel des Verhältnisses der Wirkung von inneren und äußeren Kräften in drei Arten einteilen:

    • Schwungübungen
    Auf-, Um- und Abschwungbewegungen
    Kippbewegungen
    Felgbewegungen
    Stemmbewegungen
    Rollbewegungen
    Überschlagbewegungen
    Beinschwungbewegungen
    Sprungbewegungen
    Flugbewegungen
    Fortlauf

    • Statische Übungen (Halten)
    Kreuzhang an den Ringen
    Stütze
    Hänge
    Stände
    Sitze
    Liegen

    •Übungen mit langsamer Verlagerung des Körpers (Heben/Senken)
    Heben/Senken
    ohne Drehung des Körpers
    mit Rückwärtsdrehung des Körpers
    mit Vorwärtsdrehung des Körpers
    mit Seitwärtsdrehung des Körpers

    Zwischen den genannten Arten der Turnübungen bestehen Beziehungen und wechselseitige Übergänge.

    Die meisten Übungen des Gerätturnens werden schwunghaft geturnt, wobei sich die Techniken (Turnübungen) vielfach aus der Kopplung von Merkmalen aus unterschiedlichen Strukturgruppen ergeben. Davon werden auch die Regeln für die Bildung der Übungsbezeichnungen (Terminologie) abgeleitet.




    Digitalphotos-online.com/Turnen Grundlagen
    © 2007-2014 DIGITALPHOTOS-online.com / Sport-DPO.de